lady justice statue with scales and sword

Ist Legiano legal in Deutschland und Österreich? Lizenzcheck 2026

Die kurze Antwort

Nein. Legiano besitzt weder in Deutschland noch in Österreich eine Erlaubnis für Online-Glücksspiel. Das Angebot umfasst Online-Casino und Sportwetten, die in beiden Ländern nur mit nationaler bzw. landesrechtlicher Erlaubnis angeboten werden dürfen. Hinzu kommt: Selbst eine gültige Offshore-Lizenz konnten wir für die Marke nicht bestätigen. Die AGB nennen keinen Lizenzinhaber, eine früher zugeordnete Curaçao-Lizenz wurde widerrufen, und im Register von Anjouan ist keine Legiano-Domain eingetragen.

Land Lokale Lizenz? Status Aufsicht
Deutschland Nein Nicht erlaubt, nicht auf der GGL-Whitelist GGL (Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder)
Österreich Nein Nicht erlaubt (Glücksspielmonopol; Wetten nur mit Landesbewilligung) Bundesministerium für Finanzen / Bundesländer

Wer steckt hinter Legiano und welche Lizenz gibt es?

Bei seriösen Anbietern ist das eine Frage von zehn Sekunden: Im Footer stehen Firma, Registernummer, Aufsichtsbehörde und Lizenznummer. Bei Legiano ist das anders. Die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (Version 1.12, Stand 19.08.2026), die wir im September 2026 gelesen haben, sprechen nur von „dem Unternehmen, das die Website betreibt”. Einen Firmennamen, eine Anschrift oder eine Lizenznummer nennen sie nicht. Auch die „Über uns”-Seite enthält nur eine Support-E-Mail-Adresse.

In öffentlichen Registern und Testberichten tauchen stattdessen drei verschiedene Firmen auf:

1. Rabidi N.V. – Curaçao-Lizenz widerrufen

Ältere Testberichte nennen die Rabidi N.V. aus Curaçao als Betreiberin. Im offiziellen Enforcement-Register der Curaçao Gaming Authority (Stand 14.09.2026) steht die Lizenz OGL/2023/103/0067 der Rabidi N.V. (Handelsregisternummer 151791) mit dem Status „Revoked”, also widerrufen, wirksam seit dem 11. Juni 2024. Im aktuellen Lizenzregister der Behörde (Stand 21.09.2026) fanden wir die Firma nicht mehr.

2. Stellar Ltd – Anjouan-Lizenz ohne Legiano-Domain

Viele Portale geben heute die Stellar Ltd (Firmennummer 15789) aus Anjouan (Union der Komoren) mit der Lizenz ALSI-202411077-FI2 an. Wir haben das offizielle Lizenzregister von Anjouan Gaming geprüft. Die Stellar Ltd steht dort tatsächlich mit dieser Nummer, Status „valid”, erteilt am 22.11.2024, gültig bis 21.11.2026. In der Liste der Domains, die zu dieser Lizenz gehören (rund 18 Websites), fehlt jedoch legiano.com ebenso wie jede andere Legiano-Adresse. Dass Legiano von dieser Lizenz gedeckt ist, konnten wir deshalb nicht bestätigen.

3. Liernin Enterprises Ltd – laut ungarischer Behörde

Die ungarische Aufsichtsbehörde SZTFH führt 22 gesperrte Legiano-Domains und nennt als Veranstalter die „Liernin Enterprises LTD.”. Die slowakische Behörde ÚRHH wiederum nennt bei einer gesperrten Legiano-Domain die „Stellar Ltd”.

Unser Fazit zur Lizenz: Für legiano.com konnten wir keine gültige Lizenz bestätigen. Und selbst eine gültige Lizenz aus Curaçao oder Anjouan würde nur bedeuten, dass die Firma dort beaufsichtigt wird. In Deutschland und Österreich hätte sie keinerlei Wirkung.

Die Rechtslage in Deutschland

Seit dem Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) können Online-Sportwetten, virtuelle Automatenspiele und Online-Poker bundesweit erlaubt werden. Zuständig ist die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) in Halle (Saale). Online-Casinospiele wie Roulette oder Blackjack mit Live-Dealer sind nach dem Staatsvertrag Sache der Länder und nicht Teil der bundesweiten Erlaubnisse. Wer ohne deutsche Erlaubnis anbietet, handelt unerlaubt. Die GGL kann Untersagungen aussprechen, Zahlungsdienstleistern die Mitwirkung verbieten und Netzsperren anordnen.

Alle erlaubten Anbieter stehen auf der amtlichen Whitelist der GGL. Wir haben die Liste im September 2026 durchsucht: Weder „Legiano” noch Rabidi, Stellar oder Liernin tauchen darin auf. Eine öffentliche Sperrliste mit einzelnen Domains veröffentlicht die GGL nicht. Wir können daher nicht sagen, ob gegen Legiano bereits konkrete Maßnahmen laufen.

Wichtig für Spieler: § 285 StGB stellt die Beteiligung an unerlaubtem öffentlichem Glücksspiel grundsätzlich unter Strafe. In der Praxis konzentrieren sich Behörden auf die Anbieter, das Risiko ist aber nicht null. Außerdem gilt die bundesweite Spielersperrdatei OASIS für erlaubte Anbieter, nicht für Legiano.

Auch zivilrechtlich ist die Lage für Spieler in Deutschland nicht eindeutig zu ihren Gunsten: Verschiedene Gerichte haben Spielern Rückzahlungsansprüche gegen Anbieter ohne deutsche Erlaubnis zugesprochen, weil die Spielverträge wegen Verstoßes gegen den Glücksspielstaatsvertrag nichtig seien. Ein solcher Anspruch nützt aber wenig, wenn der Vertragspartner nicht einmal namentlich bekannt ist. Genau das ist bei Legiano das Kernproblem: Ohne benannte Betreiberfirma gibt es keine zustellungsfähige Anschrift und kein erkennbares Vermögen, auf das man zugreifen könnte.

Die Rechtslage in Österreich

Online-Casinospiele unterliegen dem Glücksspielmonopol des Bundes nach dem Glücksspielgesetz (GSpG). Die einzige Konzession für Online-Glücksspiel hält die Österreichische Lotterien GmbH mit ihrer Plattform win2day. Private Online-Casinos können in Österreich keine Konzession erhalten. Sportwetten sind kein Glücksspiel im Sinne des GSpG; sie brauchen eine Bewilligung nach dem jeweiligen Landesgesetz. Legiano hat weder die Konzession noch eine Landesbewilligung.

Werbung für nicht konzessioniertes Glücksspiel ist nach § 56 GSpG unzulässig. Eine öffentliche Sperrliste mit Legiano-Domains haben wir für Österreich nicht gefunden. Bemerkenswert ist die Rechtsprechung: Der Oberste Gerichtshof hat in zahlreichen Verfahren Spielverträge mit nicht konzessionierten Online-Casinos für nichtig erklärt und Spielern die Rückforderung ihrer Verluste zugesprochen. Bei einem Anbieter ohne benannten Rechtsträger stellt sich allerdings die praktische Frage, gegen wen man überhaupt klagen soll. Ob sich ein Verfahren im Einzelfall lohnt, klärt eine Rechtsberatung.

Warnsignale, die Sie bei Legiano selbst erkennen können

Man muss kein Jurist sein, um die Probleme dieses Angebots zu erkennen. Die folgenden Punkte lassen sich in wenigen Minuten nachprüfen und gelten für jede Glücksspielseite:

  1. Kein Rechtsträger in den AGB. Ein erlaubter Anbieter muss angeben, wer Vertragspartner ist. Fehlt die Firma, wissen Sie nicht, mit wem Sie einen Vertrag schließen und wo Sie Ansprüche geltend machen könnten.
  2. Lizenzsiegel ohne Registertreffer. Ein Siegel im Footer ist nur etwas wert, wenn der Klick auf die Seite der Behörde führt und dort genau diese Domain aufgeführt ist. Bei Legiano fanden wir im Register von Anjouan keinen Eintrag.
  3. Nummerierte Spiegel-Domains. Adressen wie legiano1.com oder legiano-7735.com sind ein typisches Zeichen dafür, dass frühere Domains gesperrt wurden.
  4. Kein Einzahlungslimit nach deutschem Recht. Erlaubte deutsche Anbieter sind an die anbieterübergreifende Limitdatei (LUGAS) angeschlossen, die ein monatliches Einzahlungslimit über alle Anbieter hinweg durchsetzt. Ein Offshore-Anbieter ist daran nicht angebunden.
  5. Keine Anbindung an OASIS. Wer sich in Deutschland hat sperren lassen, wird bei erlaubten Anbietern abgewiesen. Bei Legiano findet dieser Abgleich nicht statt, was gerade für gefährdete Spieler riskant ist.
  6. Bonusversprechen ohne Grenzen. Deutsche Regeln schränken Boni und Werbung ein. Hohe Willkommenspakete und Freispiele in großer Zahl sind daher eher ein Hinweis auf fehlende Aufsicht als auf Großzügigkeit.

Treffen mehrere dieser Punkte zu, sollten Sie kein Geld einzahlen, ganz gleich, wie professionell die Seite aussieht.

Was andere europäische Behörden über Legiano festgestellt haben

In Deutschland und Österreich gibt es keine öffentliche Domain-Sperrliste. Andere EU-Aufsichtsbehörden veröffentlichen ihre Listen jedoch, und dort ist Legiano gut dokumentiert:

  • Frankreich: Die ANJ ordnete am 22.01.2025 die Sperre von legiano.com und weiteren Adressen an, darunter legianocasino.de. Insgesamt enthält die ANJ-Liste 25 Legiano-Einträge.
  • Belgien: Die Glücksspielkommission sperrte legiano.com und legiano10.com per Beschluss vom 18.12.2025, legiano5.com bereits im Juli 2025.
  • Polen: Im Domainregister des Finanzministeriums steht legiano.com seit dem 30.07.2024, insgesamt 84 verschiedene Legiano-Domains.
  • Tschechien, Ungarn, Slowakei, Griechenland, Italien: Auch dort stehen Legiano-Domains auf den amtlichen Sperrlisten.

Das zeigt ein Muster: Wird eine Adresse gesperrt, taucht eine neue mit Nummer auf (legiano1.com, legiano-0535.com usw.). Die Erreichbarkeit einer Domain sagt deshalb nichts über ihre Legalität.

Was das für Spielerinnen und Spieler bedeutet

  • Keine lokale Beschwerdestelle: Weder die GGL noch das BMF helfen bei Streitigkeiten mit nicht erlaubten Anbietern. Da die AGB keinen Lizenzinhaber nennen, ist nicht einmal klar, welche ausländische Behörde zuständig wäre.
  • Keine Sperrsysteme: OASIS in Deutschland und Selbstsperren bei österreichischen Anbietern gelten bei Legiano nicht.
  • Zahlungsrisiko: Banken und Zahlungsdienste können Zahlungen an nicht erlaubte Anbieter ablehnen. Auszahlungen können verzögert oder verweigert werden.
  • Kein Schutz nach GlüStV oder GSpG: Das anbieterübergreifende Einzahlungslimit, Werbeauflagen und strenge Identitätsprüfungen greifen nicht.
  • Daten im Ausland: Ausweiskopien gehen an eine Firma, deren Identität nicht einmal in den AGB steht.
  • Strafrechtliches Restrisiko in Deutschland: siehe § 285 StGB oben.

Verbreitete Irrtümer

„Legiano hat doch eine Lizenz.”

Selbst wenn eine Offshore-Lizenz bestünde, gilt sie nur auf der Insel, die sie ausgestellt hat. Im konkreten Fall konnten wir keine gültige Lizenz für legiano.com bestätigen.

„Mit EU-Recht darf jeder Anbieter in Deutschland anbieten.”

Das stimmt nicht. Der Europäische Gerichtshof erlaubt nationale Erlaubnissysteme für Glücksspiel. Legiano hat zudem keine EU-Lizenz, sondern berief sich auf Behörden in Curaçao und Anjouan, die nicht zur EU gehören.

„Wenn die Seite erreichbar ist, ist sie erlaubt.”

Erreichbarkeit ist kein Legalitätsnachweis. Deutschland und Österreich veröffentlichen keine Sperrlisten, und andere Länder zeigen, wie schnell neue Spiegel-Domains nachkommen.

„Als Spieler kann mir nichts passieren.”

In Deutschland ist die Teilnahme an unerlaubtem Glücksspiel nach § 285 StGB grundsätzlich strafbar, auch wenn das selten verfolgt wird. Das größere praktische Risiko ist Geld, das man nicht zurückbekommt.

„Verluste kann ich in Österreich immer zurückholen.”

Die OGH-Rechtsprechung ist spielerfreundlich, doch ohne bekannten Rechtsträger und ohne Vermögen in Österreich ist die Durchsetzung eines Urteils schwierig.

So prüfen Sie jeden Glücksspielanbieter selbst

  1. Suchen Sie im Impressum oder in den AGB nach Betreiberfirma und Lizenznummer. Fehlen diese Angaben, ist das bereits ein Warnsignal.
  2. Prüfen Sie die Lizenz beim Aussteller selbst, etwa im Register von Anjouan oder bei der Curaçao Gaming Authority. Achten Sie darauf, dass genau Ihre Domain eingetragen ist.
  3. Deutschland: Suchen Sie den Anbieter auf der GGL-Whitelist.
  4. Österreich: Informieren Sie sich beim Bundesministerium für Finanzen über konzessionierte Angebote.
  5. Steht die Marke nicht auf der Whitelist bzw. hat sie keine Konzession, ist sie in Ihrem Land nicht erlaubt.

Lizenzierte Alternativen

Für Deutschland und Österreich haben wir keinen eigenen Testbericht eines lizenzierten Anbieters. Nutzen Sie die offiziellen Listen:

  • Deutschland: Whitelist der GGL mit allen erlaubten Sportwett-, Poker- und Automatenspielanbietern
  • Österreich: Informationen des BMF zum konzessionierten Angebot (win2day) und zu Landesbewilligungen für Sportwetten

Häufige Fragen

Ist Legiano in Deutschland legal?

Nein. Legiano hat keine Erlaubnis der GGL und steht nicht auf der Whitelist der erlaubten Anbieter.

Ist Legiano in Österreich erlaubt?

Nein. Online-Casinospiele sind dem Monopol von win2day vorbehalten, und für Sportwetten fehlt eine Landesbewilligung.

Welche Lizenz hat Legiano?

Die AGB nennen keine. Eine Curaçao-Lizenz der Rabidi N.V. wurde 2024 widerrufen. Die Anjouan-Lizenz der Stellar Ltd ist gültig, im Register ist aber keine Legiano-Domain eingetragen.

Wer betreibt Legiano?

Das lässt sich nicht eindeutig sagen. Behörden und Portale nennen Rabidi N.V., Stellar Ltd und Liernin Enterprises Ltd.

Ist Legiano in Europa gesperrt?

In mehreren Ländern ja, etwa in Frankreich, Belgien, Polen, Tschechien, Ungarn, der Slowakei, Griechenland und Italien. Für Deutschland und Österreich gibt es keine öffentliche Sperrliste.

Mache ich mich in Deutschland strafbar, wenn ich bei Legiano spiele?

§ 285 StGB stellt die Beteiligung an unerlaubtem Glücksspiel grundsätzlich unter Strafe. In der Praxis stehen die Anbieter im Fokus, ausgeschlossen ist ein Verfahren aber nicht.

Wer hilft, wenn Legiano nicht auszahlt?

Keine deutsche oder österreichische Behörde. Es bleibt der Kundendienst des Betreibers; in Österreich eventuell der Zivilrechtsweg, dessen Durchsetzung aber schwierig sein kann.

So haben wir geprüft

Für diesen Beitrag haben wir im September 2026 die AGB und die „Über uns”-Seite von Legiano gelesen, das Lizenzregister von Anjouan Gaming sowie Lizenz- und Enforcement-Register der Curaçao Gaming Authority ausgewertet und die GGL-Whitelist durchsucht. Zusätzlich haben wir die amtlichen Sperrlisten Frankreichs, Belgiens, Polens, Tschechiens, Ungarns, der Slowakei, Griechenlands und Italiens nach Legiano-Domains durchsucht. Ein Konto haben wir nicht eröffnet und kein Geld eingezahlt.

Verantwortungsvoll spielen

Glücksspiel ist erst ab 18 Jahren erlaubt. Hilfe gibt es in Deutschland bei der kostenlosen BZgA-Beratung unter 0800 1 37 27 00 und auf check-dein-spiel.de. In Österreich finden Sie Beratungsstellen über das BMF. Weitere Tipps: Verantwortungsvolles Spielen.