Die kurze Antwort
Nein. Robocat besitzt weder in Deutschland noch in Österreich oder der Schweiz eine Erlaubnis. Eine gültige Offshore-Lizenz konnten wir ebenfalls nicht bestätigen. In allen drei Ländern dürfen Online-Casinospiele und Sportwetten nur mit einer nationalen oder regionalen Erlaubnis angeboten werden. In der Schweiz stehen mehrere Robocat-Domains bereits auf der amtlichen Sperrliste.
| Land | Lokale Lizenz? | Status | Aufsicht |
|---|---|---|---|
| Deutschland | Nein | Nicht erlaubt, nicht auf der GGL-Whitelist | GGL (Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder) |
| Österreich | Nein | Nicht erlaubt (Glücksspielmonopol; Wetten nur mit Landesbewilligung) | Bundesministerium für Finanzen / Bundesländer |
| Schweiz | Nein | Nicht erlaubt; mehrere Robocat-Domains auf der ESBK-Sperrliste | ESBK / Gespa |
Wer betreibt Robocat und welche Lizenz hat die Marke?
Robocat ist ein Online-Casino mit Sportwetten, das seit etwa 2024 am Markt ist. Die Hauptdomain lautet robocat.com. Bei unserer Prüfung im September 2026 fanden wir auf den erreichbaren Seiten von robocat.com weder einen Firmennamen noch eine Anschrift oder eine Lizenznummer. Im Footer steht nur ein Copyright-Vermerk für „Robocat.com” und der Hinweis „ab 18″. Ein seriöser lizenzierter Anbieter nennt dagegen Betreibergesellschaft, Lizenz und Aufsichtsbehörde und verlinkt deren Prüfseite. Ein Impressum im Sinne des deutschen Rechts haben wir nicht gefunden.
Wer steckt hinter der Marke?
Testportale nennen unterschiedliche Firmen. AskGamblers führt NovaForge Ltd als Betreiber und erwähnt Lizenzen aus Anjouan und von der philippinischen PAGCOR. Andere Seiten nennen Liernin Enterprises Ltd (Marshallinseln), Stellar Ltd oder eine „Casolinia Group”. Den belastbarsten Hinweis liefert eine Behörde: Die ungarische Glücksspielaufsicht SZTFH führt 21 Robocat-Domains in ihrem Sperrregister und trägt als Veranstalter jeweils Liernin Enterprises Ltd. ein.
Was die Lizenzregister zeigen
- Anjouan: Das öffentliche Register der Glücksspielbehörde von Anjouan enthielt am 28. September 2026 1.526 gültige Lizenzen. robocat.com, NovaForge Ltd und Liernin Enterprises Ltd kommen darin nicht vor. Die Stellar Ltd hält zwar die Lizenz ALSI-202411077-FI2, die einige Testportale mit Robocat in Verbindung bringen. robocat.com gehört aber nicht zu den dort eingetragenen Domains.
- Curaçao: Weder das Lizenzregister der Curaçao Gaming Authority (Stand 21. September 2026) noch ihr Enforcement-Register nennt eine der mit Robocat verbundenen Firmen.
- Philippinen: Spieler haben eine angebliche Antwort der PAGCOR veröffentlicht, nach der Robocat weder lizenziert noch akkreditiert ist. Auf der Website der PAGCOR selbst konnten wir das nicht nachprüfen.
Unterm Strich: Eine gültige Lizenz für robocat.com konnten wir nicht bestätigen. Selbst eine echte Offshore-Lizenz würde im Übrigen keine Erlaubnis in Deutschland, Österreich oder der Schweiz ersetzen.
Die Rechtslage in Deutschland, Österreich und der Schweiz
Deutschland: nur mit GGL-Erlaubnis
Seit dem Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) können Sportwetten, virtuelle Automatenspiele und Online-Poker bundesweit erlaubt werden. Zuständig ist die GGL in Halle (Saale). Online-Casinospiele wie Roulette oder Blackjack mit Live-Dealer sind nur in den Ländern erlaubnisfähig, die dafür eigene Regeln geschaffen haben. Alle zugelassenen Anbieter stehen auf der amtlichen Whitelist der GGL. Wir haben die Whitelist im September 2026 durchsucht: Weder Robocat noch Liernin Enterprises, NovaForge oder Stellar sind dort eingetragen. Die GGL kann Untersagungen, Zahlungssperren und Netzsperren gegen unerlaubte Anbieter anordnen. Zu beachten ist außerdem § 285 StGB, der die Beteiligung an unerlaubtem öffentlichem Glücksspiel grundsätzlich unter Strafe stellt. In der Praxis richten sich die Behörden vor allem gegen die Anbieter.
Österreich: Monopol und Landesbewilligungen
Online-Casinospiele unterliegen dem Glücksspielmonopol des Bundes nach dem Glücksspielgesetz (GSpG). Die einzige Konzession für Online-Glücksspiel hält die Österreichische Lotterien GmbH mit win2day. Sportwetten gelten nicht als Glücksspiel im Sinne des GSpG, brauchen aber eine Bewilligung nach dem jeweiligen Landeswettengesetz. Robocat hat keine dieser Bewilligungen. Werbung für nicht konzessioniertes Glücksspiel ist nach § 56 GSpG unzulässig. Eine öffentliche Sperrliste mit Robocat-Domains haben wir für Österreich nicht gefunden. Bemerkenswert: Der Oberste Gerichtshof hat in zahlreichen Verfahren Spielverträge mit nicht konzessionierten Online-Casinos für nichtig erklärt und Spielern die Rückforderung ihrer Verluste zugesprochen. Ob das im Einzelfall durchsetzbar ist, hängt auch davon ab, ob der Betreiber überhaupt greifbar ist.
Schweiz: Sperrliste der ESBK
Nach dem Geldspielgesetz (BGS, seit 2019) dürfen nur Schweizer Spielbanken mit erweiterter Konzession Online-Casinospiele anbieten; die Aufsicht liegt bei der Eidgenössischen Spielbankenkommission (ESBK). Lotterien und Sportwetten sind Swisslos und der Loterie Romande vorbehalten, beaufsichtigt von der Gespa. Nicht bewilligte Angebote werden per DNS-Sperre blockiert. In der Sperrliste der ESBK vom 25. August 2026 fanden wir drei Robocat-Domains:
- robocat2.com – gesperrt seit der Allgemeinverfügung vom 27. Mai 2025
- robo-cat.ch – gesperrt seit dem 26. Mai 2026
- robocat-8787.com – gesperrt seit dem 26. Mai 2026
Die Hauptdomain robocat.com stand zu diesem Zeitpunkt nicht auf der ESBK-Liste; die Sperrliste der Gespa konnten wir technisch nicht abrufen. Das ändert nichts am Ergebnis: Ohne Schweizer Konzession ist das Angebot nicht bewilligt. Gewinne aus nicht bewilligten ausländischen Angeboten sind zudem nicht steuerfrei wie Gewinne bei Schweizer Spielbanken, sondern grundsätzlich als Einkommen steuerbar.
Drei Länder, drei Systeme – was sie gemeinsam haben
Auf den ersten Blick unterscheiden sich die Modelle stark. Deutschland setzt auf Erlaubnisse für private Anbieter, die eine Behörde zentral überwacht. Österreich hält am staatlichen Monopol für Online-Casinospiele fest und überlässt Sportwetten den Bundesländern. Die Schweiz koppelt Online-Casinos an die landbasierten Spielbanken und schottet den Markt mit Netzsperren ab. Für die Frage nach Robocat spielt das aber keine Rolle, denn in allen drei Systemen gilt derselbe Grundsatz: Wer Spielern im Land Glücksspiel anbietet, braucht eine Erlaubnis dieses Landes. Eine Lizenz aus Anjouan, Curaçao oder den Philippinen ersetzt sie nicht, und bei Robocat lässt sich nicht einmal eine solche Offshore-Lizenz belegen.
Gemeinsam ist den drei Ländern auch das Werbeverbot für nicht erlaubte Angebote. Wer auf Social Media, in Streams oder auf Bonusportalen Werbung für Robocat sieht, sieht damit Werbung für ein Angebot, das in Deutschland, Österreich und der Schweiz nicht zugelassen ist. Die Aufsichtsbehörden nehmen solche Hinweise entgegen. In Deutschland ist dafür die GGL zuständig, in der Schweiz die ESBK.
Was die Behörden konkret tun können
Die GGL kann nicht nur Untersagungsverfügungen gegen Anbieter erlassen, sondern auch Zahlungsdienstleister anweisen, Zahlungen an unerlaubte Glücksspielseiten zu unterbinden, und Internetprovider zu Netzsperren verpflichten. Die ESBK lässt die Domains auf ihrer Sperrliste durch alle Schweizer Fernmeldedienstanbieter blockieren; neue Ersatzdomains werden in regelmäßigen Abständen nachgetragen, wie die gesperrten Robocat-Adressen aus den Jahren 2025 und 2026 zeigen. In Österreich setzen die Behörden vor allem beim Werbeverbot und bei Verwaltungsstrafen gegen Anbieter an, während Spieler ihre Verluste auf dem Zivilrechtsweg zurückfordern können.
Was das für Spielerinnen und Spieler bedeutet
- Keine Beschwerdestelle: GGL, BMF, ESBK und Gespa helfen bei Streit mit einem nicht erlaubten Anbieter nicht. Da wir keine Offshore-Lizenz bestätigen konnten, ist auch unklar, welche ausländische Behörde zuständig wäre.
- Sperrsysteme greifen nicht: Die deutsche Spielersperrdatei OASIS und die Schweizer Spielsperren binden nur zugelassene Anbieter.
- Auszahlungsrisiko: AskGamblers nennt bei Robocat ein Auszahlungslimit von 500 € pro Tag und 7.000 € pro Monat und verzeichnet zahlreiche Beschwerden, vor allem über verzögerte oder abgelehnte Auszahlungen.
- Zahlungssperren: Banken und Zahlungsdienste können Transaktionen an nicht erlaubte Anbieter blockieren. Wer auf Krypto oder Zahlungsagenten ausweicht, verliert jeden Verbraucherschutz.
- Kein Spielerschutz nach lokalem Recht: Einzahlungslimits, Identitätsprüfung nach GlüStV und Werbeauflagen gelten hier nicht.
- Steuern: In Deutschland und Österreich sind Glücksspielgewinne für Privatpersonen in der Regel steuerfrei; in der Schweiz gilt das nur für Gewinne bei bewilligten Anbietern. Im Zweifel fragen Sie Ihr Finanzamt oder die kantonale Steuerverwaltung.
- Ausweiskopien ins Ungewisse: Für die Verifizierung müssten Sie Dokumente an eine Firma senden, die sich auf der Website nicht einmal nennt.
So prüfen Sie jeden Glücksspielanbieter selbst
- Suchen Sie im Impressum oder in den AGB nach Betreiberfirma, Handelsregister- und Lizenznummer. Fehlt das, ist die Prüfung schon beendet.
- Klicken Sie auf das Lizenzsiegel. Es muss auf eine Seite der Behörde selbst führen und genau die Domain nennen, auf der Sie sind.
- Deutschland: Whitelist der GGL prüfen.
- Österreich: Informationen des Bundesministeriums für Finanzen zu konzessionierten Anbietern lesen.
- Schweiz: Sperrliste und bewilligte Online-Spielbanken der ESBK prüfen.
- Bei Offshore-Angaben das Register von Anjouan oder das der Curaçao Gaming Authority nach Firma und Domain durchsuchen.
Lizenzierte Alternativen
Für den deutschsprachigen Raum haben wir keinen eigenen Testbericht. Nutzen Sie die offiziellen Listen:
- Deutschland: Whitelist der GGL
- Österreich: BMF-Informationen zu konzessionierten Anbietern
- Schweiz: bewilligte Online-Spielbanken (ESBK)
Verbreitete Irrtümer
„EU-Recht erlaubt mir, bei jedem Anbieter zu spielen.”
Robocat sitzt nach allem, was bekannt ist, nicht in der EU, und die Schweiz gehört ohnehin nicht dazu. Glücksspiel ist in allen drei Ländern national geregelt; eine fremde Lizenz gilt dort nicht automatisch.
„Wenn die Seite erreichbar ist, kann sie nicht verboten sein.”
Sperren treffen oft nur einzelne Domains. Die Schweiz hat drei Robocat-Adressen gesperrt, die Hauptdomain aber nicht. Erreichbarkeit sagt nichts über die Legalität.
„Deutsche Spieler haben nichts zu befürchten.”
Verfolgt werden in erster Linie Anbieter. Trotzdem ist die Teilnahme an unerlaubtem Glücksspiel nach § 285 StGB grundsätzlich strafbar, und im Streitfall steht niemand an Ihrer Seite.
„In Österreich bekomme ich meine Verluste ohnehin zurück.”
Österreichische Gerichte haben Rückforderungen oft bestätigt. Durchsetzen lässt sich ein Urteil aber nur gegen einen Betreiber, den man identifizieren und erreichen kann. Bei Robocat nennt die Website keinen.
„Ein Bonus ohne Einzahlung kostet mich nichts.”
Für einen Bonus müssen Sie ein Konto anlegen und später Ihre Identität nachweisen. Damit landen Name, Adresse und Ausweiskopie bei einem Anbieter, der sich nicht zu erkennen gibt. Hinzu kommen Umsatzbedingungen, die eine Auszahlung oft erst nach hohen Einsätzen erlauben.
Häufige Fragen
Ist Robocat in Deutschland legal?
Nein. Robocat hat keine Erlaubnis der GGL und steht nicht auf der Whitelist der erlaubten Anbieter.
Ist Robocat in Österreich erlaubt?
Nein. Online-Casinospiele sind dem Monopol (win2day) vorbehalten, und für Sportwetten fehlt eine Landesbewilligung.
Ist Robocat in der Schweiz gesperrt?
Teilweise. Die ESBK-Sperrliste vom 25. August 2026 enthält robocat2.com, robo-cat.ch und robocat-8787.com. Legal ist das Angebot in der Schweiz in keinem Fall.
Welche Lizenz hat Robocat?
Wir konnten keine bestätigen. Testportale nennen Anjouan und PAGCOR, doch robocat.com steht nicht im öffentlichen Register von Anjouan, und die genannten Firmen fehlen im Register von Curaçao.
Wer betreibt Robocat?
Die ungarische Aufsicht SZTFH ordnet 21 gesperrte Robocat-Domains der Liernin Enterprises Ltd. zu. Testportale nennen außerdem NovaForge Ltd. Die Website selbst nennt keine Firma.
Wer hilft, wenn Robocat nicht auszahlt?
Keine Behörde in Deutschland, Österreich oder der Schweiz. In Österreich bleibt theoretisch der Zivilrechtsweg, sofern sich ein Betreiber greifen lässt.
Warum gibt es so viele Robocat-Adressen?
Nach Sperren tauchen nummerierte Ersatzdomains auf, dazu kommen Affiliate- und Nachahmerseiten. Keine davon zeigt überprüfbare Betreiberangaben.
Mache ich mich als Spieler in Deutschland strafbar?
§ 285 StGB stellt die Beteiligung an unerlaubtem öffentlichem Glücksspiel grundsätzlich unter Strafe. Die Behörden gehen in der Praxis vor allem gegen Anbieter vor, ein Risiko bleibt aber bestehen.
So haben wir geprüft
Für diesen Beitrag haben wir im September 2026 die AGB-Seite von robocat.com, unabhängige Testberichte, das öffentliche Lizenzregister von Anjouan, das Lizenz- und das Enforcement-Register der Curaçao Gaming Authority, das ungarische Sperrregister, die GGL-Whitelist und die ESBK-Sperrliste vom 25. August 2026 ausgewertet. Die Gespa-Sperrliste war technisch nicht abrufbar, und eine öffentliche österreichische Sperrliste haben wir nicht gefunden. Alle Angaben geben den Stand vom 28. September 2026 wieder und können sich ändern. Ein Konto haben wir nicht eröffnet und kein Geld eingezahlt.
Verantwortungsvoll spielen
Glücksspiel ist erst ab 18 Jahren erlaubt. Hilfe gibt es in Deutschland bei der kostenlosen BZgA-Beratung unter 0800 1 37 27 00 und auf check-dein-spiel.de. In der Schweiz hilft SOS Spielsucht unter 0800 040 080. In Österreich finden Sie Beratungsstellen über das BMF. Weitere Tipps: Verantwortungsvolles Spielen.

