Die kurze Antwort
Nein. Wazamba darf weder in Deutschland noch in Österreich legal Online-Glücksspiel anbieten. Die Marke hat keine Erlaubnis der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) und keine österreichische Konzession. Die Curaçao-Lizenz, die dem Betreiber zugeordnet wird, führt die Curaçao Gaming Authority seit Juni 2024 als widerrufen. Eine andere gültige Lizenz konnten wir nicht finden.
| Land | Lokale Erlaubnis? | Status | Aufsicht |
|---|---|---|---|
| Deutschland | Nein | Unerlaubtes Angebot, nicht auf der GGL-Whitelist | GGL, Halle (Saale) |
| Österreich | Nein | Unerlaubtes Angebot (Online-Casino ist Bundesmonopol, Sportwetten brauchen eine Landesbewilligung) | Bundesministerium für Finanzen; Bundesländer für Wetten |
Warum die Frage nach der Lizenz bei Wazamba so schwer zu beantworten ist
Wer im Impressum von Wazamba nach einer Firma sucht, findet nichts. Im September 2026 zeigte die Fußzeile der Website nur ein 18+-Symbol, ein nicht verlinktes Bild mit der Bezeichnung „Zertifikat“ und den Satz „2026 © Wazamba.com All rights reserved“. Die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (Version 1.12, Stand 19. August 2026) sprechen durchgehend nur von „der Gesellschaft, die die Website betreibt“. Einen Firmennamen, eine Anschrift oder eine Lizenznummer nennen sie nicht. In den technischen Konfigurationsdaten der Seite ist als Rechtsordnung lediglich „curacao“ hinterlegt.
Für deutsche und österreichische Spieler ist das mehr als ein Schönheitsfehler. Wer seinen Vertragspartner nicht kennt, kann weder eine Lizenz prüfen noch eine Beschwerde an die richtige Stelle richten, geschweige denn eine Klage zustellen lassen.
Wer steckt hinter Wazamba?
Was Behördenlisten verraten
Wenn der Betreiber schweigt, helfen die Register anderer Staaten. Die slowakische Glücksspielaufsicht ÚRHH führt wazamba.com seit Mai 2020 auf ihrer Liste verbotener Angebote und nennt als Anbieter die Araxio Development N.V. und die Tranello Ltd. Bei mehreren nummerierten Ausweichdomains nennt dieselbe Liste die Rabidi N.V. Die ungarische Aufsicht SZTFH ordnet 99 gesperrte Wazamba-Domains der Araxio Development N.V. mit Sitz in Willemstad (Curaçao) zu.
Die Curaçao-Lizenz: widerrufen
Das Vollstreckungsregister der Curaçao Gaming Authority (CGA), Stand 14. September 2026, enthält unter Nummer 31 folgenden Eintrag: Lizenz OGL/2023/103/0067, Lizenznehmer Rabidi N.V., Handelsregisternummer 151791, wirksam ab 11. Juni 2024, Status „Revoked“, also widerrufen. Im Register der aktiven Online-Glücksspiellizenzen vom 21. September 2026 tauchen weder Rabidi noch Araxio auf.
Die Anjouan-Lizenz: nicht bestätigt
Einige Bewertungsportale schreiben inzwischen, Wazamba arbeite mit einer Lizenz der Komoren-Insel Anjouan. Wir haben das öffentliche Lizenzregister von Anjouan Gaming im September 2026 vollständig ausgewertet: 1.526 Einträge, aber keine Domain wazamba.com und keiner der genannten Firmennamen. Wir können eine solche Lizenz daher nicht bestätigen.
Behördliche Maßnahmen im Ausland
Die spanische Glücksspielaufsicht DGOJ verhängte gegen Rabidi N.V. wegen Glücksspiels ohne Lizenz eine Geldbuße von 5 Millionen Euro. Das berichtete das Branchenportal Infoplay im Mai 2024 auf Grundlage der veröffentlichten Sanktionen. Die australische Medienaufsicht ACMA ließ Wazamba im Februar 2024 sperren. Beides betrifft nicht direkt Deutschland oder Österreich, zeigt aber, wie Aufsichtsbehörden die Marke bewerten.
Deutschland: Was der Glücksspielstaatsvertrag verlangt
Seit dem Glücksspielstaatsvertrag 2021 sind in Deutschland virtuelle Automatenspiele, Online-Poker und Sportwetten erlaubnisfähig. Online-Casino-Tischspiele wie Roulette oder Live-Blackjack können nur die Länder selbst erlauben, und nur wenige tun das. Zuständig für bundesweite Online-Angebote ist seit 2023 die GGL in Halle (Saale).
Zur Einordnung: Vor 2021 war Online-Casino in Deutschland mit Ausnahme von Schleswig-Holstein praktisch nicht erlaubnisfähig. Viele Offshore-Marken haben diesen Markt jahrelang trotzdem bedient. Der neue Staatsvertrag sollte genau diese Spieler in ein kontrolliertes System holen. Wer heute bei einem Anbieter ohne GGL-Erlaubnis spielt, bleibt außerhalb dieses Systems und seiner Schutzmechanismen.
Eine Erlaubnis ist an strenge Auflagen gebunden: ein anbieterübergreifendes Einzahlungslimit, das über die Limitdatei LUGAS kontrolliert wird, Anschluss an die bundesweite Sperrdatei OASIS, Höchsteinsätze bei virtuellen Automatenspielen und Pausen zwischen den Spielen. Wazamba erfüllt keine dieser Regeln, weil es gar nicht im System ist.
Bei unserer Prüfung der amtlichen Whitelist der GGL im September 2026 fanden wir weder Wazamba noch Rabidi N.V. oder Araxio Development N.V. Die GGL geht gegen unerlaubte Anbieter mit Untersagungsverfügungen, Zahlungsunterbindung und Netzsperren vor. Eine öffentliche Liste gesperrter Domains veröffentlicht sie nicht.
Für Spieler wichtig: § 285 StGB stellt die Beteiligung an unerlaubtem öffentlichem Glücksspiel unter Strafe (Freiheitsstrafe bis zu sechs Monaten oder Geldstrafe). In der Praxis richten sich die Verfahren der Behörden fast immer gegen Anbieter und Zahlungsdienstleister, aber das Risiko ist nicht null.
Österreich: Monopol und Landesrecht
In Österreich regelt das Glücksspielgesetz (GSpG) das Online-Glücksspiel. Casinospiele im Internet gehören zum Glücksspielmonopol des Bundes. Die einzige Konzession für elektronische Lotterien, also auch Online-Casino, hält die Österreichische Lotterien GmbH mit ihrer Plattform win2day. Jedes andere Online-Casino-Angebot an Menschen in Österreich ist verbotene Ausspielung. Die Behörden können Strafen gegen Veranstalter verhängen, und § 56 GSpG beschränkt die Werbung auf Konzessionäre.
Sportwetten fallen dagegen nicht unter das GSpG. Sie brauchen eine Bewilligung nach dem jeweiligen Landesgesetz, etwa dem Wiener Wettengesetz. Wazamba hat, soweit wir feststellen konnten, keine dieser Bewilligungen. Eine amtliche Sperrliste für Glücksspiel-Websites gibt es in Österreich bisher nicht. Ein Spieler kann also auf die Seite gelangen, obwohl das Angebot nicht erlaubt ist.
Ein bemerkenswertes Detail aus Wazambas eigenen Unterlagen: Eine ältere Aktionsseite, die auf der Website weiterhin abrufbar war, zählt Österreich zu den Ländern, deren Einwohner kein Konto eröffnen dürfen. Die aktuellen AGB nennen Österreich dagegen nicht. Solche Widersprüche können bei einer Auszahlung zum Problem werden, wenn sich ein Anbieter auf „ausgeschlossene Länder“ beruft.
Verluste zurückfordern: Was Gerichte sagen
In beiden Ländern haben Gerichte in den vergangenen Jahren zahlreiche Spielverträge mit Online-Casinos ohne inländische Erlaubnis für nichtig erklärt. In Österreich hat der Oberste Gerichtshof in vielen Verfahren Spielern die Rückforderung ihrer Verluste zugesprochen. In Deutschland haben zahlreiche Landes- und Oberlandesgerichte ähnlich entschieden. Das ist aber keine Garantie für Ihren Fall. Zwei Hürden sind bei Wazamba besonders hoch:
- Wer ist der Beklagte? Der Betreiber nennt sich nicht selbst. Die Behörden nennen mindestens zwei verschiedene Gesellschaften. Ein Anwalt müsste zuerst klären, mit wem Sie überhaupt einen Vertrag hatten.
- Vollstreckung. Ein Urteil gegen eine Gesellschaft in Curaçao, deren Lizenz widerrufen ist, lässt sich nur schwer durchsetzen.
Ob sich eine Klage lohnt, kann nur eine individuelle Rechtsberatung klären. Seien Sie vorsichtig bei Prozessfinanzierern und „Verlustrückholern“, die hohe Vorauszahlungen verlangen.
Was das für Spielerinnen und Spieler bedeutet
- Keine deutsche oder österreichische Beschwerdestelle. Die GGL nimmt zwar Hinweise auf unerlaubte Angebote entgegen, schlichtet aber keine Streitigkeiten mit Wazamba. Die AGB verweisen auf ein internes Beschwerdeverfahren über complaints@wazamba.com und erklären bei Wettstreitigkeiten die Entscheidung der Gesellschaft für „endgültig und nicht verhandelbar“.
- Kein Sperrsystem. Eine Sperre in OASIS gilt bei Wazamba nicht. Auch die Einzahlungslimits von LUGAS greifen nicht.
- Zahlungsrisiko. Banken und Zahlungsdienste können Zahlungen an unerlaubte Anbieter blockieren. Die AGB erlauben es dem Betreiber, umfangreiche Dokumente zu verlangen und das Konto zu schließen, wenn diese nicht innerhalb von 30 Tagen vorliegen.
- Bonusfallen. Während ein Bonus umgesetzt wird, sind laut AGB höchstens 5 Euro pro Einsatz erlaubt. Viele Strategien gelten als „Bonusmissbrauch“ und können zur Streichung von Gewinnen führen.
Typische Lockangebote im deutschsprachigen Raum
Seit die Regeln des Glücksspielstaatsvertrags gelten, werben viele Offshore-Seiten und ihre Vermittler gezielt mit dem, was lizenzierte Anbieter nicht dürfen. Das Muster ist leicht zu erkennen:
- „Casino ohne OASIS“ oder „ohne Limit“. Genau das ist das Problem: Die Seite umgeht die Sperrdatei und das Einzahlungslimit, die Sie schützen sollen. Wer sich selbst gesperrt hat, wird dort nicht aufgehalten.
- „Ohne 5-Sekunden-Regel“ und hohe Einsätze. In Deutschland erlaubte Automatenspiele haben einen Höchsteinsatz von 1 Euro pro Spin und Mindestpausen. Offshore-Seiten bewerben das Fehlen dieser Regeln als Vorteil.
- Ungewöhnliche Zahlungswege. Unerlaubte Anbieter arbeiten oft mit E-Wallets, Gutscheinkarten oder Kryptowährungen statt mit dem eigenen Bankkonto. Wazamba bewarb Einzahlungen zeitweise mit Bonusaktionen für bestimmte E-Wallets. Je weiter der Zahlungsweg von Ihrer Hausbank entfernt ist, desto schwerer lässt sich eine Zahlung später zurückholen.
- Wechselnde Adressen. Wird eine Domain gesperrt, taucht eine neue mit Zahlen im Namen auf. Andere Aufsichtsbehörden haben allein für Wazamba Dutzende solcher Adressen gesperrt, etwa wazamba-8753.com oder wazamba77.com.
Wenn Sie in einer Anzeige, einem Stream oder einem Vergleichsportal eines dieser Versprechen lesen, ist das ein starkes Zeichen, dass der beworbene Anbieter in Deutschland oder Österreich keine Erlaubnis hat.
Drei verbreitete Irrtümer
„Wazamba hat eine EU-Lizenz“
Nein. Wir fanden weder in Deutschland noch in Österreich noch auf dem GGL-Register einen Eintrag. Eine Lizenz aus Curaçao oder Anjouan ist ohnehin keine EU-Lizenz.
„Wenn ich die Seite aufrufen kann, ist sie erlaubt“
Österreich hat keine Netzsperren, und in Deutschland werden längst nicht alle Domains gesperrt. Andere Staaten führen Dutzende nummerierte Wazamba-Adressen auf ihren Sperrlisten. Erreichbarkeit sagt nichts über die Rechtmäßigkeit aus.
„Gewinne aus dem Ausland sind steuerfrei, also ist alles legal“
Die Steuerfrage und die Erlaubnisfrage sind zwei verschiedene Dinge. Selbst wenn Gewinne steuerlich keine Rolle spielen, bleibt das Angebot ohne Erlaubnis unerlaubt.
So prüfen Sie jeden Anbieter selbst
- Suchen Sie im Impressum und in den AGB nach Firmenname, Sitz und Lizenznummer. Fehlt das, brechen Sie hier ab.
- Deutschland: Öffnen Sie die Whitelist der GGL und suchen Sie nach der Domain. Erlaubte Anbieter sind dort mit Glücksspielart und Internetadresse aufgeführt.
- Österreich: Informieren Sie sich beim Bundesministerium für Finanzen über konzessionierte Angebote. Für Sportwetten gibt das jeweilige Bundesland Auskunft.
- Offshore-Lizenzen prüfen Sie im Register der Curaçao Gaming Authority oder im Register von Anjouan. Firmenname, Nummer und Domain müssen übereinstimmen.
- Unerlaubte Angebote können Sie der GGL über ihr Meldeformular mitteilen.
Lizenzierte Alternativen
Für Deutschland und Österreich haben wir keinen eigenen Testbericht. Verlassen Sie sich auf die amtlichen Listen:
- Deutschland: GGL-Whitelist erlaubter Anbieter
- Österreich: Informationen des BMF zu Glücksspiel und Spielerschutz
Häufige Fragen
Ist Wazamba in Deutschland erlaubt?
Nein. Wazamba hat keine Erlaubnis der GGL und steht nicht auf der Whitelist der erlaubten Anbieter.
Ist Wazamba in Österreich legal?
Nein. Online-Casino ist in Österreich dem Monopol von win2day vorbehalten, und für Sportwetten fehlt Wazamba eine Landesbewilligung.
Welche Lizenz hat Wazamba?
Wir fanden keine gültige. Die Curaçao-Lizenz OGL/2023/103/0067 der Rabidi N.V. steht im Register der CGA als widerrufen, und im Register von Anjouan taucht wazamba.com nicht auf.
Wer ist der Betreiber von Wazamba?
Die Website nennt keinen. Behörden in der Slowakei und Ungarn ordnen Wazamba-Domains der Araxio Development N.V. und der Rabidi N.V. aus Curaçao zu.
Mache ich mich strafbar, wenn ich bei Wazamba spiele?
In Deutschland stellt § 285 StGB die Beteiligung an unerlaubtem Glücksspiel unter Strafe. Die Behörden verfolgen in der Praxis vor allem Anbieter, ein Restrisiko bleibt aber.
Kann ich Verluste bei Wazamba zurückfordern?
Gerichte in Deutschland und Österreich haben solchen Klagen gegen nicht lizenzierte Anbieter häufig stattgegeben. Bei Wazamba ist aber schon unklar, welche Gesellschaft verklagt werden müsste. Lassen Sie sich individuell beraten.
Gilt meine OASIS-Sperre bei Wazamba?
Nein. OASIS gilt nur für Anbieter mit deutscher Erlaubnis. Wazamba ist nicht angeschlossen.
So haben wir geprüft
Dieser Beitrag beruht auf Recherchen im September 2026. Wir haben die AGB und Seitendaten von Wazamba ausgewertet, das Lizenz- und das Vollstreckungsregister der Curaçao Gaming Authority, das Lizenzregister von Anjouan Gaming, die GGL-Whitelist sowie die Sperrlisten der Aufsichtsbehörden in der Slowakei und Ungarn heruntergeladen und durchsucht. Ein Konto haben wir nicht eröffnet und kein Geld eingezahlt. Wo wir uns auf Presseberichte stützen, sagen wir das.
Verantwortungsvoll spielen
Glücksspiel ist in Deutschland und Österreich erst ab 18 Jahren erlaubt. In Deutschland hilft die kostenlose Telefonberatung der BZgA unter 0800 1 37 27 00 und check-dein-spiel.de. In Österreich finden Sie über das BMF Beratungsstellen der Spielsuchthilfe. Weitere Tipps: Verantwortungsvolles Spielen.

